Hilfe für kranke Kinder: Nikolaus ist bereit

vom 29.11.2014

Beim Nikolausverein herrscht Hochsaison: Am 5. und 6. Dezember entsendet der Verein auf Abruf Nikoläuse zu Kindern und Familien. Der Nikolaus kommt mit Bischofsstab und Mitra und ist damit das Original – und kein Weihnachtsmann. Für seine Dienste wird der Nikolaus auf Spendenbasis für seinen Dienst belohnt. Und das wiederum ermöglicht dem Verein, mit den so generierten Spenden kranke und benachteiligte Kinder und deren Einrichtungen zu unterstützen.

Limburg. Sind genug Bärte da, die dicken, goldenen Bücher griffbereit? Alle Gewänder in Topform und ohne Löcher? Beim Nikolausverein, der aus der 1967 gegründeten Aktion „Nikolaus auf Abruf“ hervorging und inzwischen knapp 70 Aktive zählt, herrscht Hochsaison. Bald geht es wieder los, die Nikoläuse samt Gefolge machen sich auf den Weg zu Familien und Vereinen – sofern sie zuvor telefonisch dazu beauftragt wurden.

Ab Montag, 1. Dezember, bis Freitag, 6. Dezember, nimmt der Verein in der Zeit von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr noch Aufträge entgegen und besucht dann gegen eine Spende die Familien. Diese Spenden kommen dann benachteiligten und kranken Kinder und Einrichtungen aus der Region zu – nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über. So konnte der Verein kürzlich unter anderem auch einem Kind aus der Region einen speziellen Rollator zukommen lassen.

„Der Nikolaus-Gedanke“ beschäftigt den Verein das ganze Jahr. „Wer Hilfe benötigt oder eine Anschaffung für sein krankes oder behindertes Kind benötigt, sollte sich nicht scheuen, uns zu kontaktieren“, macht Sabine Heun als Vorsitzende des Vereins deutlich. Sie wird am 5. und 6. Dezember, den beiden Haupteinsatztagen des Vereins, gemeinsam mit Sylvia Maxeiner und Doris Petermann in der „Engelszentrale“ sitzen, und für einen reibungslosen Ablauf und Koordination der Nikoläuse sorgen.

Zur Zentrale kommen die Nikoläuse, Fahrer und Engelchen auch, um eine Pause einzulegen und mal durchzuschnaufen. Einer der Nikoläuse ist Martin Maxeiner. In diesem Jahr ist er bereits zum 35. Mal im Einsatz und liebt seine Aufgabe noch immer. Es sei anstrengend, gibt er zu, aber wunderschön und jedes Mal voller Emotionen.

Keine Turnschuhe

Er ist kein Weihnachtsmann, der mit roter Zipfelmütze vom Nordpol kommt, sondern ein Nikolaus mit Gewand und Mitra im christlichen Sinne, sagt er. Auf jedes noch so kleine Detail wird geachtet, wenn er mit seinem goldenen Buch die Wohnzimmer betritt. Turnschuhe wären ein No-Go. Kinder würden das sofort durchschauen, für sie ist er nämlich echt und ein echter Nikolaus trägt eben keine Turnschuhe.

Deshalb ist es für die Nikoläuse auch wichtig, sich mit dem geschichtlichen Hintergrund auszukennen – falls Fragen kommen. Neue Nikoläuse erhalten deshalb eine Schulung. Vorn im goldenen Buch steht zudem geschrieben, welche Bedeutung die einzelnen Kleidungsstücke haben. Zum Beispiel, dass der Gürtel oder auch Zingulum die Verbundenheit zu Christus symbolisiert.

Martin Maxeiner ist es wichtig, dass Kinder keine Angst vor dem Nikolaus haben. Ein angsteinflößendes „Hohoho“ ist deshalb tabu. Er wolle an diesem Tag die christliche frohe Botschaft überbringen, das sei etwas Fröhliches, aber auch kein Karnevalsauftritt. „Bist du mit dem Schlitten gekommen?“, sei eine Frage, die oft falle. „Dann lüge ich nicht“, sagt Martin Maxeiner. „Ich gebe zu, dass ich gefahren worden bin, weil es organisatorisch besser ist.“

Nikoläuse und Helfer werden immer gesucht, ebenso wie Unterstützer für die Ziele des Verein ebenso wie Spenden. Ab Montag, 1. Dezember, bis Freitag, 6. Dezember, nimmt der Verein in der Zeit von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr unter Telefon:  (0 64 31) 56 85 56 Aufträge entgegen. Weitere Informationen zum Verein und seinen Tätigkeiten gibt es im Internet auf der Vereinswebsite www.nikolausev.de.

Nikolaus hilft der kleinen Johanna

vom 04.11.2014

Auch in diesem Jahr veranstaltet der Limburger Nikolausverein wieder seine Aktion „Nikolaus auf Abruf“. Wie in den 48 Jahren zuvor, besucht der Nikolaus als Bischof alle „braven“ Kinder und ihre Familien. Für seinen Dienst bittet der Nikolaus anschließend um eine großzügige Spende, damit möglichst viele Wünsche von kranken, behinderten Kindern oder von Kindern, die in Not geraten sind, erfüllt werden können.

So hat der Nikolausverein in diesem Jahr abseits der großen Spendenübergabe eine große Einzelspende vorgenommen: Die dreijährige Johanna aus Lindenholzhausen hat pünktlich zu ihrem Kindergartenstart einen dringend benötigten Rollator vom Nikolausverein bekommen. Finanziert wurde er durch die Aktion im vergangenen Jahr, als wieder zahlreiche Nikoläuse des Vereins in der Region unterwegs waren.

Johanna leidet seit ihrer Geburt an einem seltenen und unheilbaren Gendefekt, dem so genannten 4H-Syndrom, und kann deshalb nicht ohne Gehhilfen laufen. Für den Beginn des Kindergartens wurde dringend ein zweiter Rollator benötigt, der im Kindergarten bleibt, um dadurch auch Johannas Eltern und Großeltern zu entlasten.

Der Nikolausverein ist diesem besonderen Wunsch natürlich gerne nachgekommen. Und die Vorsitzende Sabine Heun konnte Johanna und ihren Eltern Moni und Jörg Otto den Rollator überreichen. Immerhin 1200 Euro hat der Verein für den Rollator gezahlt. Die Einzelspende ist nach Angaben von Sabine Heun dadurch begünstigt worden, da der als gemeinnützig anerkannte Verein auch davon profitierte, dass Strafgelder an ihn überwiesen wurden. Die wichtigsten Einnahmen im Jahresverlauf sind jedoch die Spenden im Rahmen der Nikolausaktion. Rund 5000 Euro sind in der vergangenen Nikolausaktion zusammengekommen.

Vereine, Kindergärten, Schulen und andere Institutionen können ab dem 15. November unter Telefon:  (0 64 31) 56 85 56 ihre Terminwünsche für den Besuch des Nikolauses auf den Anrufbeantworter sprechen. Die Anrufer werden zeitnah zurückgerufen.

Anrufe für Besuche in den Familien nimmt der Nikolaus ab Montag, 1. Dezember, bis Freitag, 6. Dezember, täglich in der Zeit von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr entgegen. Direkte Bestellungen über den Anrufbeantworter sind nicht möglich!